Zeichnerin / Malerin

Hembergstraße 31
27726 Worpswede

Telefon +49 (0) 4792 9556399

E-Mail: monikabreustedt@t-online.de
Website http://www.monikabreustedt.de/

Meine Themen sind: Stillleben, Landschaft, Interieur

Ich bediene mich der Zeichnung, des Aquarells, des Pastells, der Ölmalerei und der Kalligrafie zum Beispiel mit eigenen Tagebuchnotizen oder Texten unter anderem von H. Heine, R.M. Rilke, M. Ondaatje, A. Cunqueiro

"Ding und Raum, Stillleben und Landschaft sind Träger magischer Spuren der mich umgebenden Wirklichkeit"

Ausgehend von der so genannten Wirklichkeit, interessieren mich besonders das Wechselspiel zwischen Figur und Grund, das Erscheinen der Gegenstände aus den Schatten und ihr Sich-Auflösen im Licht, die Modulation Cézannes und die meditativen Arbeiten Morandis, ihre Magie. Es entstehen Bilder, die sich zwischen einer "realistischen" Darstellung der Gegenständlichkeit und ihrer Abstraktion bewegen.

Vita

1945 in Bad Harzburg geboren
1962 - 1964 Studium an der Werkkunstschule Bielefeld
1964 - 1968 Grafik- Studium an der HdK Berlin ( Diplom bei Prof. H. Förtsch )
1968 - 1970 Freies Arbeiten in Berlin, u.a. für die Deutsche Dokumentarfilmgesellschaft "Hello Weber" und den "Erika Klopp Verlag" ( Einbandgestaltung der "Geheimnisserie" von Enid Blyton)
1970 Umzug nach Borsfleth/ Niederelbe (Ausbau einer Reetdachkate)
1972 - 1977 Studium Kunsterziehung und Textiles Gestalten an der PH Kiel ( 1.Staatsexamen bei Prof. Dr. Klettke und Prof. Mosenthin)Intensivierung der freien künstlerischen Arbeit
1977 Eintritt in den Berufsverband Bildender Künstler (BBK)
1978 - 1985 Ausbau einer Ruine zum Zweitwohnsitz und Atelier in Montegrazie/ Ligurien (I)
1979 Begegnung mit Helmut Heissenbüttel ( "13 Sätze über Zeichnungen von M.B.", H. Heissenbüttel, Borsfleth 1982)
1984 - 1998 Stipendium und Wohnsitz in Worpswede / Ausbau einer alten Schmiede zum Wohnatelier und Keramikwerkstatt
1984 bis 1985 Gast in den "Martin-Kausche-Ateliers", Worpswede (gefördert durch die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein)
1987 Gast im Paul-Ernst-Wilke-Atelier, Bremerhaven
1993 Berhard-Kaufmann-Preis, Bremen für Aquarell (3.)
1998 - 2002 Atelier in Pollenca/ Mallorca (E)
2003 - 2016 Wohnsitz in Eckernförde
2016 Umzug nach Worpswede

Reisen und Arbeitsaufenthalte

u.a. nach/in China, Russland, USA, Island, Griechenland, Spanien, England, Fankreich und Italien.

Einzelausstellungen (Auswahl)

1976 Brockdorff-Palais der Stadt Glückstadt
1982 Kunsthaus der Stadt Itzehoe
1983 Brockdorff-Palais der Stadt Glückstadt
BfG-Galerie der Stadt Elmshorn (Lesung H. Heissenbüttel)
1984 Reepschlägerhaus Wedel/ Hamburg
Galerie Laves, Worpswede
1986 Italienisches Kulturinstitut Hamburg (Einführung: H.Heissenbüttel)
Galerie im Gut Sandbeck, Kunstverein Osterholz
1987 Philine-Vogeler-Haus, Worpswede
Galerie 113, Bremen
Paul-Ernst-Wilke-Haus, Bremerhaven
1988 Galerie 13, Bremen
1989 Galerie "Ehemalige Synagoge", Neustadt-Gödens
1990 Hemmoorer Kulturdiele
1991 Galerie Bollhagen, Worpswede
1993 Schloss Farrach, Österreich
1994 Atelierausstellung, Worpswede
1995 Galerie im Gut Sandbeck, Kunstverein Osterholz
Stiftung Overbeck im "Kito", Bremen
1995 Deutsche Medienbeobachtungsagentur, Berlin
1997 Galerie Bollhagen, Worpswede
1989 Atelier Andreas Uphoff, Worpswede
Atelierausstellung Pollenca, Mallorca
1999 Hotel Formentor, Mallorca
2000 Ca S'Hereu, Binissalem, Mallorca
2002 VR-Bank, Quickborn
Galerie Dössel, Glückstadt
Galerie "Freiraum", Glückstadt
2003 Jörg Eckert, Bremen, St. Magnus
Atelierausstellung, Eckernförde
2004 Reepschlägerhaus Wedel/ Hamburg
Kulturwoche, Kropp
2005 Atelierausstellung, Eckernförde
2006 Kulturkreis Preetz
Museum Eckernförde
2007 Atelierausstellung, Eckernförde
2010 Studio Capricornus, Eckernförde
Kunsthalle Netzel, Worpswede
2015 Galerie Altes Rathaus, Worpswede
2017 Galerie im Gut Sandbeck, Osterholz-Scharmbeck

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1978 Künstlerbund Steinburg, Itzehoe
BBK-SH, Kiel
Jahresschau Künstlerbund Steinburg, Itzehoe
1980 Benefizauktion Altonaer Museum, Hamburg
1982 Jahresschau Künstlerbund Steinburg, Itzehoe
1985 Stipendiaten, Worpswede
Künstlerbund Steinburg, Itzehoe
1987 "Elysee"-Forum, Hamburg
1988 BBK-Bremen, "Kunstfrühling"
Worpsweder Künstler im Kunst- und Museumskreis Bad Essen
1989 Bernhard-Kaufmann-Kunstpreis, Worpswede
Galerie Cohrs-Zirus, Worpswede
Zeitgenössische Kunst aus Worpswede in Dachau
Ehemalige Atelierhaus-Stipendiaten, Worpswede
Worpsweder Künstler in der Galerie Girschner, Worpswede
Worpsweder Kunst HEUTE, Galerie Ehemaliges Rathaus, Worpswede
Worpsweder Künstlerinnen
Jubiläumsveranstaltungen 100 Jahre Worpswede
1990 Jahresausstellung Vereinigung Worpsweder Künstler
1991 Ehemalige Synagoge Neustadt-Gödens
Worpsweder Künstler in den Magdeburger Museen
BBK-Bremen: Offene Ateliers
1992 Worpsweder Künstler in Schwäbisch-Hall
Internationales Malersymposium Kunstverein Osterholz, Gut Sandbeck
Ausschreibung Kulturpreis Osterholz-Scharmbeck
BBK-Bremen: Ausstellung im World Trade Center
Jahresausstellung Vereinigung Worpsweder Künstler
1993 Worpsweder Gegenwartskunst, Galerie Girschner, Worpswede
Galerie Cohrs-Zirus, Worpswede
Galerie Bollhagen, Worpswede
Schloss Farrach, Österreich
Ausschreibung Commerzbank Bremen: Bernhard-Kaufmann-Preis für Aquarell
Auktion zur Förderung der Kunst und Kultur in Worpswede
1994 Ausschreibung Kulturpreis Osterholz
Paul-Ernst-Wilke-Jubiläumsausstellung, Bremerhaven
Handwerkskammer Koblenz, Thema: Aquarell
Sommerausstellung Galerie Bollhagen, Worpswede
Jahresausstellung Vereinigung Worpsweder Künstler
1995 Kunstauktion der Rotarier, Verden
mit EURO-Art in: Ahrenshoop, Barbizon, Christchurch, Kronberg, Dachau, Brüssel, Tervuren und Worpswede
Galerie Bollhagen, Worpsweder Künstler
Stiftung Overbeck, Bremen: "Malweiber"
Atelier- und Keramikwerkstatt- Ausstellung
1996 Paul-Ernst-Wilke-Atelier, Bremerhaven
Künstler der Galerie Bollhagen im "Hotel zur Post", Bremen
1997 Galerie Bollhagen, Worpswede
2002 Rathaus Elmshorn
2003 Kultusministerium Niedersachsen: Kalenderprojekt "Worpswede 2003"
BBK-Hamburg: Offene Ateliers
Atelierausstellung mit Kollegen, Eckernförde
2005 Mitgliederausstellung: "60 Jahre Künstlerbund Steinburg", Itzehoe
Künstlerbund Steinburg: "Störfall", Itzehoe
Eckernförder Kulturbörse
2006 Eckernförder Künstler im studio Capricornus
Jahresschau Künstlerbund Steinburg, Itzehoe
2007 Sommerausstellung im Atelier: "Kunst zum kleinen Preis", Eckernförde
Lion's Club Eckernförder Bucht
Galerie Kunsthaus Müllers, Rendsburg
2008 Atelieröffnung für Stadtführungen, Eckernförde
Museum Eckernförde: "Künstler reisen"
Teilnahme an den Kreiskulturtagen Rendsburg-Eckernförde
BBK-SH: Kunstmesse in der Kieler Ostseehalle
Kulturpunkte" Rendsburg-Eckernförde
2009 BBK-SH: "Aufbruch", Finanzministerium, Kiel
2010 Atelierausstellung mit I. Ripke-Bolinius (Worpswede), Eckernförde
2011 Atelierausstellung: "10 Künstler und ihre Eigen-ARTen", Eckernförde
2012 Atelierausstellung: "CHIARO-SCURO"( mit I.Höpel, B.Hönack, D.Bieber), Eckernförde
2014 Museum Eckernförde: "Quartett? 4 Positionen!
2014 - 2015 Teilnahme an der 61. Landesschau des BBK-SH in Eutin
2016 Worpsweder Kunsthalle: "furios und feminin-da sind wir!"
2017 Bremen "Bremer Frauenmuseum"

Werke in öffentlichem Besitz:

Osterholz-Scharmbeck, Kulturstiftung Landkreis Osterholz
Kiel, Kultusministerium
Stadt Itzehoe
Osterholz-Scharmbeck, Kreissparkasse
Osterholz-Scharmbeck, Volksbank
Hamburg, Altonaer Museum
sowie in zahlreichen privaten Sammlungen

Helmut Heißenbüttel:

Versuch über Bilder von Monika Kokemüller-Breustedt zu reden

Wollte man Künstler, die in der heutigen Zeit Bilder machen, in Gruppen oder Grundtypen einteilen, so könnte man sagen, es gibt solche, die vor allem malen, solche, die vor allem zeichnen und solche, die nichteigenes Bildmaterial benutzen, also Collagen oder Montagen machen. Ein typischer Zeichner ist zum Beispiel Horst Janssen. Es gibt auch Künstler, in deren Werk nicht ein solches eindeutiges Schwergewicht zu erkennen ist, sondern eher ein sowohl-als auch, das eine wie das andere. Monika Kokemüller-Breustedt zum Beispiel würde ich eher in eine solche Zwischengruppe einordnen. Sie malt und zeichnet. Aber es ist nicht so, daß entweder das Malerische oder das Zeichnerische den Vorrang hat, es dringt auch nicht eins in das andere ein oder überlagert eins das andere, sondern Zeichnung und Malerei erscheinen durchaus getrennt und als unterscheidbare Medien.

Dies vorausgesetzt, wäre nun zu fragen, ob das einfach so festzustellen ist, ob das an der beschreibbaren Verbindung von Bildgegenstand und Bildmethode herauszulesen ist oder ob es da andere Kriterien gibt. Auf den ersten Blick könnte man vielleicht feststellen, daß die gemalten Bilder einen realistischeren Eindruck machen. Aber ist das nicht eine Täuschung, bleibt man als Betrachter da nicht zu sehr an der Oberfläche? Was sind denn die Bildgegenstände, die Monika Kokemüller-Breustedt zeigt? Landschaften und Stilleben, keine Figuren. Gibt es dabei eine bevorzugte Bindung des einen Gegenstands an ein Medium? Eindeutig nicht. Es gibt gemalte und gezeichnete Landschaften und es gibt gezeichnete und gemalte Stilleben. Auch die Motive, zum Beispiel Bäume oder Birnen kommen auf beiden Seiten vor.

Aber bleibe ich einmal bei den Birnen, die ja sehr deutlich sind in diesem Werk. Wo liegt der Unterschied? Materialisieren sich die gezeichneten Birnen nicht eher wie aus einem Geflecht von Farbstiftstrichen? Gibt nicht dieses Geflecht der Striche weniger einen Gegenstand frei als daß der Gegenstand Anlaß scheint für das Eigenleben des Strichgeflechts? Erscheint nicht in der gemalten Birne der Gegenstand Birne mehr er selber als die farbige Modulation der Malweise? Man kann diese Fragen, so denke ich, nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten. Denn blicke ich genauer hin, so erkenne ich, daß dennoch die gezeichnete Birne ihre ihr eigene Bildsubstanz besitzt und, umgekehrt, die gemalte Birne erst aus der diffizil abstufenden Pinselführung sich aufbaut. Was unterscheidbar ist, läßt sich offenbar nicht auf Grundverhältnisse zurückführen, sondern erscheint als ein unterschiedlicher Weg zum Bild.

Dieser Weg zum Bild ist nun nicht einfach eine Methode zur Sichtbarmachung von etwas, das auch außerhalb des Bildes als realer Gegenstand zu sehen ist. Man muß sich, denke ich, von der herkömmlichen Vorstellung freimachen, nach der da etwas real vorhanden ist, das dann so gut, so genau oder so stilistisch eigenständig wie möglich aufs Blatt oder auf die Leinwand übertragen wird, Kriterien dabei: Erkennbarkeit oder Originalität, Erkennbarkeit und Originalität. Das kann ja inzwischen die Fotografie wirklich besser, und auch die ist im Grunde bereits darüber hinaus. Sondern das, was aufs Blatt oder auf die Leinwand kommt, ist etwas, das sich im Sehzentrum des Malenden oder Zeichnenden vom sogenannten Gegenstand festgesetzt hat. Diese Festsetzung aber nimmt bereits etwas von dem Prozeß, dem sich am Ende das ästhetische Produkt, das Bild, verdankt, voraus.

Der Maler oder Zeichner sieht zum Beispiel etwas in den Gegenstand hinein. Wenn ich bei der Birne bleibe, so könnte ich sagen, daß eine solche Birne bestimmte Analogien zu menschlichen Rumpfformen hat. Das Hineinsehen würde dabei in der Regel kein bewußter oder gar geplanter Akt sein, sondern ein Vorgang, der aus dem mehr unbewußten Vorrat an Bildern, Bildüberlagerungen, Bildvermischungen hervorsteigt. Es könnte aber ebenso sein, daß der innere Blick, wenn ich ihn einmal so nennen darf, gar nicht zuerst den Gegenstand sieht, sondern etwas Flächiges oder etwas Geflechtartiges, Formationen von Strichgruppen oder Strichkreuzungen, die sich dann verdichten in Richtung auf das, was das Auge gegenständlich sieht. Der Radierer und Zeichner Malte Sartorius hat einmal gesagt, es komme ihm vor allem auf die Strichlagen an, und da er mit der Lupe nahe an der Radierplatte arbeitet, hat er im Herstellungsprozeß zuerst und vor allem dieses Gewirr von Strichen vor Augen, erst dann Landschaft oder Stilleben.

Ich meine, daß man bei den Bildern von Monika Kokemüller-Breustedt nicht ganz so weit gehen kann. Eher ist etwas anderes erkennbar. Bei Zeichnungen gibt es immer wieder eine Tendenz zur Überschreitung der Grenzen des Bildgegenstands. Bäume, Häuser, Landschaftsflächen werden im Strich nicht isoliert, sondern die Strichlage reicht gleichsam weiter als das, was sie darstellt. Dabei wird immer wieder die Eigenbewegung, ich möchte fast sagen, Eigenmächtigkeit des Strichs deutlich. Landschaft oder Stilleben werden im Medium des Strichs, auch der farbigen Modulation der Strichgeflechte eingetaucht wie in eine künstlerisches Temperament. Dieses Temperament scheint von einer gewissen Heftigkeit, das im Bild Gezeigte wird sozusagen eingetaucht in die Materialisation dieser ganz eigenen Heftigkeit. Während bei aller Differenzierung die Ölbilder den Gegenstand eher plastisch herausarbeiten und damit auch in sich isolieren und konzentrieren. Der Vorgang der Bildherstellung erscheint im gemalten Bild also auch als ein Akt der Sammlung. In diesem Akt wird jede Einzelheit wie etwas Stellvertretendes für das Bildganze.

Wenn ich so, als Betrachter, von meinem betrachtenden Eindringen in die Bilder überzugehen versuche in eine grobe Klassifizierung und Einordnung dieser Bilder, müßte ich, abgekürzt, feststellen, daß die gemalten Bilder den Eindruck einer Konzentration auf das innere Abbild, das, in das auch etwas hineingesehen worden ist, machen, während das gezeichnete Bild eher den Bildgegenstand einbettet in ein künstlerisches Temperament. Wo die Entscheidung zu welchem Prozeß stattfindet, darf, so bin ich überzeugt, nicht gefragt werden. Denn diese Frage würde in die Psychologie des Künstlers selbst, der Künstlerin Monika Kokemüller-Breustedt in unserem Fall, hineinführen, und nicht diese spielt eine Rolle für die Aufnahme des Bildes, sondern die Hypothese über den Prozeß der Herstellung und dessen Ergebnis.

Wenn ich so rede, rede ich über etwas, das mir vor den Bildern von Monika Kokemüller-Breustedt aufgefallen ist, was mich darin zum Nachdenken und Formulieren angeregt hat. Aber was ich so rede, ist ein Entwurf. Ich kann mich irren. Jeder andere Betrachter kann es anders sehn. Zugleich will ich nicht Widerspruch erregen. Der Entwurf, den ich versuche, soll hinweisen. Diesem Hinweis können vielleicht andere Betrachter nachgehen. Wenn sie mir folgen, können sie etwas entdecken, was ich übersehen habe. Aber sie dringen in die Bilder ein. Sie beschäftigen sich damit. Sie eignen sie sich an. Sie beginnen sie zu lesen. Was ich hier zu geben versucht habe, ist eine Leseanweisung für die Bilder von Monika Kokemüller-Breustedt. Auch wer sie verwirft, und ich habe nichts dagegen, wird veranlaßt zu lesen.

Italienisches Kulturinstitut Hamburg, 18. Januar 1985

Dabei sucht die Malerin und Zeichnerin feinsinnige, unaufdringliche Motive in lyrischerStimmung. Niemals zeichnet oder malt Monika Breustedt erschreckende Bilder; in jedem Falle entstammen ihre Darstellungen harmonisch geordneten Dingen ihrer unmittelbaren Umwelt. Überlegt gestaltete Stillleben und streng aufgebaute Landschaften werden mit Farbstiften geschaffen oder als Ölgemälde von empfindsamer Farbigkeit präsentiert.

Monika Breustedt bevorzugt die Unmittelbarkeit der Zeichnung und der Malerei, wobei die Darstellung den bewussten Überlegungen der Künstlerin entspricht. Die Wahl der künstlerischen Techniken liegt im wesentlichen darin begründet, daß zwischen der zeichnerischen oder malerischen Aufgabe und ihrer schöpferischen Umsetzung mögliche Blockaden vermieden werden sollen.

Die Künstlerin meidet also Zwischenverfahren, wie sie beispielsweise in der Druckgrafik eingesetzt werden. Immer ist es die Komposition des ordnenden Verstandes, die die Frage umfaßt, was steht hinter der zu beobachtenden Wirklichkeit?

Die interessante Künstlerin wählt zum einen das „Handwerk, das zu ihr gehört”, das sozusagen „in der Hand liegt”. Ein streng kalkulierter Bildaufbau führt entscheidend dazu, die Faszination des Betrachters über die Schönheit hinaus zur kühlen Distanziertheit des Dargestellten zu lenken. Die Darstellung des Menschen fehlt zumeist in Monika Breustedts Bildern, deren suggestive Stille das Gefühl von Einsamkeit vermitteln; für die Zeichnerin und Malerin sind „Ding und Raum, Stilleben und Landschaft. .. Träger magischer Spuren der (sie) umgebenden Wirklichkeit”. Hier bleiben allein die Spuren des Menschen in dem durchdachten Kunstwerk präsent. Es sind aber keineswegs sentimentale Bilder. Die dargestellten Gegenstände, eingewoben in ein Geflecht von Strichen oder zusammengefügt als wesenhafte Form- und Farbkompositionen, werden in ihrem Ausdruck zu magischen Wirklichkeiten.

Die Werke Monika Breustedts wirken vor allem durch eine ästhetische Leichtigkeit. Ihre Bilder zeigen einen tektonisch-konstruktiven Aufbau: Häuser, Häuserwinkel, Stilleben aus verschiedenen Blickwinkeln.

Monika Breustedt, in Bad Harzburg geboren, studierte in den Jahren zwischen1962 und1977 an den Kunstakademien in Bielefeld, Berlin und Kiel Bildhauerei, Grafik und Malerei. Seit dem Stipendium der Atelierhaus-Stiftung Worpswede1984/85 lebt und arbeitet die Künstlerin in Worpswede.

Vorbilder für das künstlerische Schaffen von Monika Breustedt sind unter anderem Paul Cézanne und Giorgio Morandi. Jedoch arbeitet — frei von bestimmten Kunstrichtungen — die Worpsweder Künstlerin in einem unverkennbar eigenen Stil, wenngleich sich Neigungen als Gestaltungsformen des Kubismus andeuten. Allgemein können wir die Werke der Zeichnerin einem poetischen Realismus zuordnen.

Die Bildwelten der Worpsweder Zeichnerin oder Malerin übermitteln eine konzentrierte, geheimnisvolle Stille: Gefäße oder Früchte, Baumlandschaften oder Häuserwinkel — (in Worpswede oder auch in Italien entstanden) — außerdem die Zusammenstellung einfacher Birnen, die in ihrer veränderten Form „zu beseelten Wesen werden”. Der Betrachter läßt seine Augen wandern und wird eingebunden in ein feines Gewebe von Strichen oder berührt durch die unaufdringliche Ausstrahlung von Farben.

(Dr. Helmut Stelljes)