Komponist, Maler, Objektkünstler, Musik- und Kunstwissenschaftler

Heilshorn
Worpswede

Telefon +49 4795 1593

E-Mail LotharBrix@web.de

Vita

Geboren in Elenia Gora (Hirschberg)
Kunst- und musikwissenschaftliche Studien in Göttingen, Kopenhagen und in den USA
Promotion in Musikwissenschaft, Göttingen 1971
Wissenschaftliche Tätigkeit an den Universitäten Göttingen und Bremen
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Göttinger Händel-Gesellschaft
Musik-und Kunstkritiker am Göttinger Tageblatt
Künstlerischer Mitarbeiter beim Jungen Theater Göttingen
Neben dem theoretischen Umgang mit Musik und Kunst (Lehrtätigkeit, Veröffentlichungen) überwiegt in der letzten Zeit die praktische Tätigkeit als Maler, Objektkünstler und Komponist
Meisterschüler von Henri Hinsch (Göttingen)
Tätigkeit als frei schaffender Künstler
Entwicklung eines eigenen realistischen Stils („Cineastischer Realismus") – Cineastisch anmutende Interieurs, einsame, oft menschenleere Stadt- und Landszenarien, extreme Hell-Dunkel-Kontraste. In neuerer Zeit Konzentration auf stark material-betontes informelles Arbeiten unter Einbeziehung unterschiedlichster Stoffe. Farbe und Struktur ist nicht nur sichtbarer, sondern wird zum haptisch nachvollziehbaren Bestandteil des Kunstwerks. Der Unterschied zwischen dem Objekt und dem Material, aus dem es besteht, verschwimmt
Studien der neuen informellen Malerei in Katalonien. Auseinandersetzung mit A. Tápies. Das skulpturelle Schaffen gilt zurzeit überwiegend der Herstellung von Köpfen (Beton, zerriebener Stein, Metalle, Fundstücke, Glas etc.)
Lebt und arbeitet auf der Kanareninsel La Palma sowie in Heilshorn bei Worpswede, dem Künstlerdorf im Teufelsmoor
Mitglied des BBK Worpswede

Einzel – und Gruppenausstellungen ab 1983 (Auswahl)

1983 Atelier Margeaux, Bremen
1984 Galerie an der Gete, Bremen
1989 Galerie Lichtenstein, Bremen
1993 Schwedenspeicher, Stade
1994 Museum Goslar, Goslar
1995 Altes Forsthaus, Lingen
1995 Bayrische Versicherungskammer, München
1995 Galerie Altes Rathaus, Worpswede
1995 Große Kunstschau Worpswede, Worpswede
1996 Galerie Altes Rathaus, Worpswede
1996 Pelzerhaus, Emden
1996 Galerie Neher, Essen
1997 Syker Kultursommer, Syke
1997 Villa Verde, Bremen
1997 Volksbank , Osterholz - Scharmbeck
1998 Galerie Bernack, Worpswede
1998 Galerie Altes Rathaus, Worpswede
1998 Arbol de vida, La Palma
1998 Das Fachwerk, Bad Salzuflen
1998 Stadttheater Nienburg , Nienburg
1998 Fischerhuder Galerie, Fischerhude
1999 Kunstverein Osterholz, Osterholz - Scharmbeck
1999 Galerie Altes Rathaus, Worpswede
2000 Kunstverein Uelzen, Uelzen
2000 Galerie Bernack, Worpswede
2000 Philine-Vogeler-Haus, Worpswede
2000 Gut Sandbeck , Osterholz-Scharmbeck
2000 Blaue Galerie, Tiflis, Georgien
2001 Kreissparkasse Osterholz-Scharmbeck
2002 Germanisches National-Museum Nürnberg, Nürnberg
2002 Galerie Bernack, Worpswede
2002 Galerie W, Bremen
2002 Freiraum, Ritterhude
2003 Kulturpreis Osterholz-Scharmbeck
2003 Freiraum, Ritterhude
2003 Forum für zeitgenössische Kunst, Worpswede
2003 Eichenhof, Worpswede
2004 Nominierung Lexmark -European -Art- Prize
2004 Rathaus Osterholz - Scharmbeck
2004 Gut Sandbeck, Osterholz-Scharmbeck
2004 Galerie Der Bogen, Rotenburg W
2004 Karstadt Einrichtungshaus, München
2004 Schellhorn, Nürnberg-Fischbach
2005 Murken, Lilienthal
2006 Kulturelles Forum, Langenfeld
2006 Kulturpreisträger-Ausstellung, Gut Sandbeck, Osterholz - Scharmbeck
2006 Galerie W, Bremen
2006 Volksbank, Osterholz - Scharmbeck
2007 Studien-Galerie Busse, Worpswede
2009 Galerie Bernack,Worpswede
2009 Große Kunstschau, Worpswede
2010 Studien-Galerie Busse, Worpswede
2011 Foyer Kreishaus, Osterholz - Scharmbeck
2011 Kulturpreis Osterholz-Scharmbeck
2012 Gut Sandbeck, Osterholz-Scharmbeck
2012 Murken, Lilienthal
2013 Casa Sophia, La Palma, Spanien
2014 Casa Sophia, La Palma, Spanien
2015 Gut Sandbeck, Osterholz-Scharmbeck
2015 Casa Sophia, La Palma, Spanien
2016 City-Galerie, Bremen
2016 Euro-Art 2016, Tusculum Murnau
2016 Casa Sophia, La Palma, Spanien
2017 Gut Sandbeck, Osterholz-Scharmbeck
2017 City-Galerie, Bremen
2018 Casa Sophia, La Palma, Spanien
2018 Galeria Garcia de Diego, La Palma, Spanien
2019 Galeria Garcia de Diego, La Palma, Spanien
2019 Haus Am Walde , Bremen
2019 Galerie Werth, Benz auf Usedom

Dr. Rainer Blessing über Lothar Brix

(anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Forum für Zeitgenössische Kunst in Worpswede, 2.6.2003)

"Eine Linie schlängelt sich diagonal durch das Bild. Der freie Bildraum verleiht ihr Behauptungskraft. Trotz der hellen Farbigkeit besitzt die krustige Oberfläche Schwere und physische Präsenz. Die Linie hat wie selbstverständlich ihren Weg durch die pastöse, schrundige Farblandschaft gefunden. Wie eine Blutbahn unter einer Haut lässt sie an einen Körper, an organisch Gewachsenes denken. Man könnte in dem reliefartigen Bild auch ein Mauerstück sehen, in das die Witterung Risse eingeschrieben hat, in dem die Farbhülle aufgeplatzt ist und in dem Hitze und Nässe, der Wechsel der Jahreszeiten verschiedene Farbwerte haben entstehen lassen...

In den Bildern von Lothar Brix scheint das Material selbst zu sprechen. Wir wissen natürlich, dass diese Ansprache das Ergebnis einer kompositorischen Setzung ist. Sicher nicht die malerische Exekution eines vorab konzipierten Bildentwurfs und auch nicht eine écriture automatique, die den Weg der Malwerkzeuge der Psyche entäußernden Eigenbewegung des Künstlerkörpers überlässt. Solch ein Bild entsteht eher in der prozesshaften Auseinandersetzung mit zeichnerischen Elementen, die aus den Diensten von Abbild, Beschreibung und Erzählung befreit ist...

So entfalten sich die emotionalen Werte von Linien und der stoffliche Gehalt von Farbflächen durch die Formlösung selbst: in der Wahl des Untergrunds und der Malwerkzeuge, über die Transparenz oder Dichte der Farbhaut, über Schwere und Zartheit des Farbmaterials, über schmale oder breite Strichführung. Das Bildnerische ist frei von begrifflichen Umwegen. Die Sinne des Betrachters werden direkt angesprochen, und der Künstler kann davon profitieren, dass sich unsere Wahr-nehmungswege durchaus abseits der gewohnten Wege aktivieren lassen...

Die neueren informellen Arbeiten von Lothar Brix unterscheiden sich auch deutlich von einer vorangegangenen Werkphase, in der der Künstler einen von ihm selbst so genannten cineastischen Realismus ausbildete. Es entstanden vorwiegend menschenleere Interieurs, die von einer künstlichen, geheimnisvollen Atmosphäre bestimmt sind. Möbel treten darin als Stellvertreter für die Bewohner auf, durch Fenster fällt hartes Licht, offene erzählerische Momente sind in energetisch aufgeladene Kulissen und eine schillernde Lichtdramaturgie gesetzt. So realistisch diese Interieurs als Seelenräume auch wirken, manche Gegenstände besitzen eine bewegte, schon fast reliefartige Oberfläche und damit Körperlichkeit und Geschichte...

Bleibt noch zu erwähnen, dass Lothar Brix auch Musiktheoretiker, Musiker und Komponist ist, der sich in der Praxis wenig um Schul- und Epochengrenzen schert, der das kantable Motiv, die Tonalität, impressionistische Klangschichten oder die klassische thematische Arbeit zur Genusssteigerung keineswegs verschmäht. Nun gibt es ja diese synästhetischen Vorstellungen vom Klang der Bilder und von Bildern der Klänge. Wahrscheinlich ist es aber eher so, dass jemand, der sich in verschiedenen künstlerischen Sprachen ausdrückt, bewusster aus einem reicheren Instrumentarium schöpfen kann, dass sich für ihn weitere Empfindungshorizonte öffnen und dass er differenziertere Skalen aktivieren kann. Brix selbst hat das Band zwischen all dem mal ganz einfach formuliert:

"Ich will immer eine ganz bestimmte atmosphärische Dichte, egal mit welchen Mitteln.""

Sophie Hopfe-Minnemann über Lothar Brix

(in „Punkt-Kunst im Nordwesten" (3/99)):

"Man könnte meinen, die Arbeiten von Lothar Brix stammten nicht von demselben Künstler. Auf der einen Seite realistische Sujets, cineastisch anmutende Interieurs, einsame, oft menschenleere Stadt- und Landschaftszenarien, lange Schatten, extreme Hell-Dunkel-Kontraste ...auf der anderen Seite der Bereich seiner ungegenständlichen informellen Werke, Assemblagen und skurrilen Mischformen.....

Hier wird die Materialität zum wesentlichen Moment der künstlerischen Aussage. Durch das Einbeziehen verschiedenster stofflicher Elemente gelingen Brix reliefartige Oberflächenstrukturen, die in monochromen Partien an mürbe Mauern erinnern. Solche Strukturen üben in ihrer rauen, spröden, oft mit eingeritzten hieroglyphen-ähnlichen Zeichen versehenen Stofflichkeit einen geheimnisvollen Reiz auf den Betrachter aus. Das Reliefartige, das haptisch Nachvollziehbare verbindet sich mit dem Eindruck von Archaischem mit den Spuren der Vergänglichkeit."

Günter Demin über Lothar Brix

(in einem Feature in Radio Bremen über „Künstler in der Region")

„Eine Kunst, die in skeptischer Klugheit nicht mehr Sinnvermittlung suggeriert, sondern minimalistisch auf Spaß im Diskurs mit dem Betrachter setzt."