Fotograf

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Gedanken über Fotografie

Meine Fotografien sind nicht zu entschlüsseln, denn sie verbergen keinen vermeintlichen Sinn oder irgend eine verborgene Wahrheit. Als Spuren verstanden, geben sie lediglich den Anlass, sie durch die eigene Interpretation, d.h. durch ihre Einpflanzung in jeweils unterschiedliche Kontexte, zum Leben zu erwecken - ihnen eine mögliche Bedeutung zuzuweisen.

Die Spuren sind die allgemeine Bedingung der Sprache insgesamt, des Denkens der Sprache in Raum und Zeit.Die Anwesenheit der existenziellen Erfahrung von sichtbarer Realität im fotografischen Bild und Postvisuelle Relativierung überkommener Wertmaßstäbe der Fotografie durch den freieren Umgang mit dem Medium Fotografie

Vita

1949 geboren in Bremen - seit 1976 wohnhaft in Worpswede
bis 1969 Ausbildung zum Maschinenschlosser, AG Weser Bremen
bis 1973 Ingenieurstudium in Bremen
bis 1974 Zivildinst in der Jugendpsychiatrischen Klinik Delmenhorst
bis 1978 Studium für das Lehramt im Rahmen der einphasigen Lererausbildung, Oldenburg
1979 - 2000 Realschullehrer
2000 - 2005 freies Kunst- und Philosophiestudium an der Universität Bremen
seit 1989 intensive praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1991 Worpswede : Im Lichte Südfrankreichs - fotografische Ausschnitte *** Fotoatelier Dieter Weiser
1992 Hannover : ER-SPÜRT - Fotografien einer norddeutschen Landschaft ***
1993 Worpswede : Formen der Natur *** Galerie Altes Rathaus
1994 Greifswald : Mensch und Landschaft Norddeutschlands (Gemeinschaftsausstellung von 12 Fotografen aus Mecklenburg und Worpswede)
1995 (mehrere Stationen): Von oben herab Persepektiven deutscher Fotografie 1926 –1994 Haus der Fotografie, Hannover
1997 Magyar Fotográfiai Múzeum Kecskernmét
1998 Fockemuseum, Bremen
1996 Josef Albers Museum, Bottrop
1995 Worpswede : Kunst unserer Zeit Galerie Altes Rathaus (Jurierte Ausstellung mit 13 Künstlern der Region)
1995 Worpswede : Mensch und Landschaft Norddeutschlands (Gemeinschaftsausstellung von 12 Fotografen aus Mecklenburg und Worpswede)
1996 Rotenburg (Wümme) : Von den Dingen *** Galerie für Fotografie (GAFF)
1996 Rotenburg (Wümme) : Bilder vom Menschen Portrait – Profile und Ansichten unserer Zeit (Themenausstellung) Rathaus Rotenburg, Rotenburg (Wümme)
2000 (mehrere Stationen): arcana naturae Von den wunderbaren Geheimnissen der Natur Haus der Fotografie, Hannover
2001 Fotogalerie im Hause Bohl, Eisenach
2003 Josef Albers Museum, Bottrop
2001 Lilienthal (bei Bremen) : SOME THINGS *** Galerie der KSK Lilienthal
2001 Eisenach : Paradigmawechsel *** Fotogalerie im Hause Bohl
2001 Bremen : Energie und Kunst – Bilder der Energie Gemeinschaftszentrum Studiohaus Grambke (Jurierte Ausstellung mit 21 Künstlern)
2002 Bodenburg: fire – feuer – feu (3 rd Internationale Mail-Art-Biennale) Kunstverein Bad Salzdetfurth e.V.
2002 Rotenburg: QUODLIBET – Abstrahierende Fotografie Galerie für Fotografie (GAFF)
2005 Worpswede: 7 Fotografen – 7 Positionen Galerie Ruländer
2007 Worpswede: Weihnachtsausstellung Studiengalerie Busse
2008 Worpswede: Eingebrannt – Assoziative Fotografie *** Studiengalerie Busse
2009 Worpswede: ENTFALTUNGEN - Beiträge aus dem Labor fotografischer Übungen *** Galerie Altes Rathaus
2013 Worpswede: FRAGILIS – die menschlich imaginierte Existenz (Sichtweisen von Vater und Tochter)
2013 Bremen: 1. Portfoliowalk Bremen (Jurierte Ausstellung mit 25 Künstlern der Region)
2014 Worpswede: Worpswede nonstop, Land.schafft.Fotografie (12 Fotografen aus der Region)
2014 Kazimierz Dolny (Polen): II. Europäische Kunst- und Filmbiennale
2016 Worpswede: TANSFORMERS III. Europäische Kunst- und Filmbiennale, Gastland Ukraine
2017 Worpswede: Weggefährten - Rüdiger Lubricht und Freunde (Fritz Dressler, Klaus Benhof, Andreas Bohnhoff) Große Kunstschau

*** Einzelausstellungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Print PHOTONEWS 4/1998 : Stillstand der Dinge
PHOTONEWS 12/1 2001: Portfolio »Formwerkzeuge« (3 Fotografien und eine CD mit der musikalische Interpretation des Fotos »Formwerkzeuge« durch den Künstler Wittwulf Y Malik)
Handwerk und Maschinenkraft: Die Silbermanufaktur Koch und Bergfeld in Bremen Herausgeber: Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg 1999, S. 117f.), ISNB: 3-923859-42-2
1. Künstlerbuch: SPUR-RILLEN (35 Exemplare, davon 7 mit Originalprint), Worpswede 2005
2. Künstlerbuch: EINGEBRANNT (10 Exemplare; Fotografien und fototheoretische Texte), Worpswede 2008
Worpswede: Kunst und Kunsthandwerk der Künstlerkolonie heute, Worpswede 2008, Hrsg.: H.M. Hausschild GmbH, Bremen und Agenda-Gruppe „Kunst und Kultur“ der Gemeinde Worpswede, Verlag H. M. Hausschild GmbH, Bremen, ISBN: 978-3-89757-428-1
Künstlerportrait in: Das Magazin zum Ort - Worpswede, Verlag CULTURCON medien, Berlin 2014, S. 49 - 51, ISBN 978-3-944068-23-7
Ausstellungsplakat und Katalogumschlag Kunst- und Filmbiennale Worpswede 2016 (Titelmotiv „Wolkenlandschaft“)
Katalog zur Kunst- und Filmbiennale Worpswede 2016, S.30
Worpswede: Kunst und Kunsthandwerk der Künstlerkolonie heute, Hrsg.: Linda Falkenberg, Edition Falkenberg, Bremen 2017, ISBN 978-3-95494-112-4
Ausstellungskatalog: fragilis [ A collection of twenty-one photographic bones sculptures ] Worpswede 2017
Vertreten in der Sammlung Horst Hahn, Köln: Von Man Ray bis Sigmar Polke
Video: Klaus Benhof - Ein Weg der künstlerischen Fotografie - Worpswede TV 2013 (Die DVD kann über info@seesightmedia.de bestellt werden)
fragilis: Galerie Altes Rathaus Woprswede - Ausstellungseröffnung am 10. August 2013 - Worpswede TV 2013

Fotografische Konzeption:

Die Fotografie kann, anders als die anderen bildenden Künste, keine Alternativen zur Abbildung finden, ihre Reduktionsvermögen stößt unweigerlich an Grenzen, ohne letzte Lichtspuren würde sich die Photographie als Medium zwangsläufig auflösen. Reduktion im Bild kann hier nur verstanden werden als Eingrenzung und visuelle Veränderung der sichtbaren Realität auf Spuren, die die existenzielle Erfahrung des Fotografen mit der Realität aufzeigt (seinen inneren Dialog ausdrücken) und ihr so einen bildlichen Ausdruck verleiht, der diese Erfahrung für den Betrachter erfahrbar macht.

Die Realität tritt in den Hintergrund, nur noch die Erfahrung der Realität durch den Fotografen erhält ihre Berechtigung im Dialog mit der Abbildung. Hierbei muss das Bildobjekt durch den fotografischen Akt einen eigenständigen Ausdruck erhalten, der das typische suchen nach Ähnlichkeit mit real vorhandenen Objekten (den Referenten) durchbricht, der Betrachter nur noch eigene Erfahrungen mit den Erfahrungen des Fotografen machen kann. Die Bedeutung der Fotos ergibt sich somit aus dem Gebrauch, aus dem Umgang des Betrachters mit den angebotenen Bildobjekten.

Es liegt in ihrer physikalischen Natur der Fotografie, Seiendes als konservierte Lichtspur abzubilden. Um künstlerisch-reflexiv mit dem Medium Fotografie umzugehen und die traditionelle fotografische Sichtweise durch Dekonstruktion zu verschieben, kann sie nur den notwendigen Umstand besonders hervorhebend ins Spiel bringen, dass sie eine Abbildung und als Abbildung ein Objekt ist. Die Fotografie muss also weiterhin die Erfahrung der Abbildung, die des Bildes vermitteln. Aus ihr sollte somit eine Abbildung hervorgehen, die mehr in derjenigen Weise erfahren wird, wie man die sichtbare Welt erfährt.

Eine so verstandene Fotografie zeigt ihren Gegenstand, indem sie aufdeckt, was diese Erfahrung ausmacht; in diesem Sinne vermittelt die Fotografie die » Erfahrung der Erfahrung« und ich definiere diese als die Bedeutung des Abbildens. Die Fotografie mündet also als künstlerisch verstandene Fotografie in einem Konzept des Bildes.

Elementare Naturkräfte zeigt uns in ihrer Auswirkung eine dynamische Vision der Welt, wie sie sich im permanenten Prozess des Entstehens und Untergangs darstellt, als fossile Ablagerungen von Raum und Zeit. Diese proteisch unbestimmte Form einer "anderen" uns unbekannten Welt scheint unter der Oberfläche morbider Dinge schichtweise verborgen zu sein. Genau hier ist der Ansatzpunkt für meine fotografische Arbeit, denn, >> Durch verworrene und unbestimmte Dinge wird nämlich der Geist zu neuen Erfindungen wach. - Leonardo da Vinci ,Traktat von der Malerei -

Im fotografisch-reflexiven Abtasten und „Durchdringen“ dieser Oberfläche entwickelt sich im Dialog zwischen Formfindung und Bedeutung meine künstlerische Stellungnahme, die sich bildlich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration bewegt und hierüber hinaus seine inhaltliche Ausstrahlung erfährt. Ich begebe mich an Unorten (verfallen Mauern, Gebäude, Fabrikhallen, Schrottplätze, u.ä.) und "scanne" dort die vorgefundenen morbiden Strukturen der Oberflächen ab. Dabei bin ich auf der Suche nach Spuren, die in mir eine zunächst unverstandene Berührungsspannung auslösen, mit dem Ziel, sie für mich interpretatorisch und erfinderisch zu erschließen.

Dies ist die erste und umfangreichste Phase. Hieran schließt sich die angemessene fotografischästhetische Umsetzung an, die mein Berührt-Sein unterstreichen und meinen inneren Dialog verdeutlichen soll (Umfunktionieren des ästhetischen Gesichtspunktes innerhalb meiner Konzeption). Außerdem muss sich das entstehende Einzelbild oder die Serie in meinen übergeordneten Kontext einbringen können oder sich zumindest abschätzen lassen, ob diese Aufnahmen zu einer weiteren Arbeit – der postfotografische Phase - Anlass geben könnte.

Mit meinen Fotografien bemühe ich mich, dem der Fotografie anhängenden Mythos der Authentizität eines Abbildes entgegenzuwirken und den überbewerteten traditionellen Ästhetizismus zu überwinden, zumindest aber ihn umzudenken und umzufunktionalisieren, um den Fokus auf die inhaltlichen Aussagen meiner fotografischen Arbeit zu lenken. Fragmentarische Denk- und Gefühlsbilder entstehen, die von mir in der Regel in Gruppen zusammengestellt werden, denn dies unterstreicht entscheidend den zeitlich-räumlichen Ablauf des affektiven und mentalen Arbeits- und Erschließungsprozesses.

Darüber hinaus setzt mein konzeptionelles Vorgehen methodisch an dem Punkt an, wo ich mich in meinem Bestreben nach Aussagemöglichkeit durch abstrakte und komplexe Begriffsgebäude überfordert fühle und ich durch die relativ offene Bildsprache von der einschränkenden Linearität eines beschreibenden Textes entbunden bin.

Meine Intension ist es, durch die gezielt geschaffenen und kombinierten fotografischen Fragmente, meine schemenhaft verborgene Erinnerungen (Gedächtnisbilder) und mein ungeordneten Wissensbestände zu vorläufigen essentiellen Aussagen zu verdichtet – ein bildliches Ereignis hervorbringen, das mir in einer immer wieder aufs neue ansetzenden Reflexionsprozess Zugang zu Erkenntnissen ermöglicht. Die Arbeiten bleiben somit für mich relativ offen und dynamisch, haben einen prozesshaften, dialektischen Charakter und so sollten sie auch vom Betrachter angenommen werden. Somit erfahre ich anhand meiner Arbeiten, wie ich zu neuen Erfahrungen gelange, sie vermitteln die "Erfahrung der Erfahrung".

Klaus Benhof

2017

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