Hinter der Mitte

Ausgehend vom Bildkonstruktionsprinzip des „ goldenen Schnittes“ ergibt die extreme Ausdehnung einer Bildperspektive im fotografischen Sinne eine bemerkenswerte Veränderung seiner Organisation.

In der Totale verlagert sich der Schwerpunkt eines Bildes auf die Mitte, die dadurch eine gesteigerte Wirkungsqualität erhält.

Horizontale und Vertikale treffen sich dort als primäre Achsen.

Die „zentrale Frage“ beantworte ich mit der poetisch gemeinten Behauptung, dass sich dort das allenthalben postulierte „Geistige in der Malerei“ befinden müsse.

Für diesen offensichtlich irrationalen Sinngehalt, dessen freihändige Formulierung in Malerei keine Antworten jeglicher Art bereithalten kann, bedarf es für mich eines dezidiert realistischen malerischen Umfeldes, um mit ihm möglichst wirksam korrespondieren zu können.

Damit suggeriert dieses Ereignis in der Bildmitte so etwas wie eine Essenz, die nur ahnbar bleibt und deshalb von mir hinter ihr liegend vermutet wird.

Für dieses Experiment bedeuten die Parameter der mich umgebenden Landschaft Vielfalt, Inspirationsquelle und Chance zugleich

Manuel Garde, März 2002